Der große Kampf, Ausgabe von 1858

Kapitel 1

Der Fall Satans

Der Herr hat mir gezeigt, dass Satan einst ein geehrter Engel im Himmel war, der Nächste nach Jesus Christus. Sein Antlitz war sanft und trug den Ausdruck der Glückseligkeit wie bei den anderen Engeln. Seine Stirn war hoch und breit, und zeigte große Intelligenz. Seine Gestalt war vollkommen. Er hatte edles, majestätisches Benehmen. Und ich sah, als Gott zu seinem Sohn sprach: „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild“, da wurde Satan eifersüchtig auf Jesus. Er wünschte, in Bezug auf die Gestaltung des Menschen um Rat gefragt zu werden. Er wurde erfüllt mit Neid, Eifersucht und Hass. Er wollte der Höchste im Himmel sein, der Nächste nach Gott, und die höchsten Ehren empfangen. Bis zu dieser Zeit befand sich der ganze Himmel in Ordnung, Eintracht und vollkommener Unterwerfung gegenüber der Herrschaft Gottes.

Es war die größte Sünde, gegen die Ordnung und den Willen Gottes zu rebellieren. Der ganze Himmel schien in Aufregung zu sein. Die Engel wurden in Abteilungen geordnet mit einem befehlshabenden Engel an ihrer Spitze. Alle Engel waren aufgeregt. Satan brachte Anspielungen gegen die Herrschaft Gottes vor, begierig sich selbst zu erhöhen und unwillig, sich der Autorität Jesu zu unterwerfen. Manche Engel teilten die Meinung Satans in seiner Rebellion, andere stritten stark für die Ehre und Weisheit Gottes, indem er seinem Sohn Autorität gab. Und es war Streit unter den Engeln. Satan und die von ihm Beeinflußten, die danach strebten, Gottes Herrschaft zu reformieren, wünschten Einblick in seine unergründliche Weisheit, um seine Absicht zu erfassen, warum er Jesus so erhöhte und ihm solch unbegrenzte Macht und Befehlsgewalt verlieh. Sie rebellierten gegen die Autorität des Sohnes Gottes, und alle Engel wurden aufgefordert, vor dem Vater zu erscheinen, damit ihre Fälle entschieden werden könnten. Und es wurde entschieden, dass Satan aus dem Himmel ausgeschlossen würde, und dass alle Engel, die sich Satan in der Rebellion angeschlossen hatten, mit ihm ausgestoßen werden sollten. Dann gab es Krieg im Himmel. Engel waren an der Schlacht beteiligt. Satan wollte den Sohn Gottes besiegen und diejenigen, die sich seinem Willen unterworfen hatten. Aber die guten und treuen Engel überwanden, und Satan samt seinen Nachfolgern wurde aus dem Himmel vertrieben.

Nachdem Satan und die mit ihm Gefallenen aus dem Himmel ausgeschlossen waren, erkannte er, dass er all die Reinheit und Herrlichkeit des Himmels für immer verloren hatte. Da bereute er und wünschte, wieder in den Himmel eingesetzt zu werden. Er war bereit, seinen ihm zustehenden Platz oder irgendeine Stellung, die ihm zugewiesen würde, einzunehmen. Aber nein, der Himmel durfte nicht in Gefahr gebracht werden. Der ganze Himmel hätte zerstört werden können, wenn er wieder aufgenommen worden wäre, denn die Sünde hatte ihren Ursprung in ihm, und die Samen der Rebellion waren in ihm. Satan hatte Nachfolger, diejenigen, die seine Meinung in seiner Rebellion geteilt hatten. Er und seine Nachfolger bereuten, weinten und flehten darum, wieder in die Gunst Gottes aufgenommen zu werden. Aber nein, ihre Sünde, ihr Hass, ihr Neid und ihre Eifersucht waren so groß, dass Gott diese nicht auslöschen konnte. Sie mussten verbleiben um ihre endgültige Bestrafung zu erhalten.

Als Satan völlig bewußt wurde, dass es keine Möglichkeit gab, Gottes Gunst wieder zu erlangen, begannen dann seine Bosheit und sein Hass offenbar zu werden. Er beriet sich mit seinen Engeln, und ein Plan wurde entworfen, um weiterhin gegen Gottes Herrschaft zu arbeiten. Als Adam und Eva in den herrlichen Garten gesetzt wurden, legte Satan Pläne, sie zu vernichten. Eine Beratung wurde mit seinen bösen Engeln abgehalten. In keiner Weise konnte dieses glückliche Paar seines Glücks beraubt werden, solange es Gott gehorchte. Satan konnte seine Macht nicht über sie ausüben, es sei denn, sie würden zuerst Gott ungehorsam werden und seine Gunst verwirken. Satan und seine Engel mussten einen Plan ersinnen, um die Menschen zum Ungehorsam zu führen, damit sie sich den missbilligenden Blick Gottes zuziehen und unter den direkteren Einfluss Satans und seiner Engel gebracht würden. Es wurde beschlossen, dass Satan eine andere Gestalt annehmen und Interesse für den Menschen offenbaren sollte. Er müsste gegen Gottes Wahrhaftigkeit Anspielungen machen, Zweifel erwecken ob Gott wirklich meinte, was er sagte, und als nächstes ihre Neugier erregen und sie dahin führen, sich in die unergründlichen Pläne Gottes einzumischen – wodurch Satan sich selbst schon schuldig gemacht hatte – und über den Grund von Gottes Verbot für den Baum der Erkenntnis zu urteilen.

Siehe 1. Mose1,26; Hesekiel 28,1‑19; Jesaja 14,12‑20; Offenbarung 12,7‑9

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