Der große Kampf, Ausgabe von 1858

Kapitel 13

Der Tod des Stephanus

Die Zahl der Jünger vermehrte sich sehr in Jerusalem. Das Wort Gottes breitete sich aus und viele der Priester wurden dem Glauben gehorsam. Stephanus, voll Glaubens, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Viele waren zornig, weil die Priester sich von ihren Traditionen und von den Opfern und Gaben abwandten, und Jesus als das große Opfer annahmen. Stephanus, mit Kraft aus der Höhe, tadelte die Priester und Ältesten und erhöhte Jesus vor ihnen. Sie konnten der Weisheit und Macht, mit der er sprach, nicht widerstehen, und als sie merkten, dass sie nichts gegen ihn ausrichten konnten, bestachen sie Männer, falsch zu schwören, dass sie gehört hätten, wie er Lästerworte gegen Mose und gegen Gott redete. Sie wiegelten das Volk auf und ergriffen Stephanus und beschuldigten ihn durch falsche Zeugen, er hätte gegen den Tempel und das Gesetz geredet. Sie bezeugten, sie hätten ihn sagen hören, dass dieser Jesus von Nazareth die Gebräuche zerstören würde, die Mose ihnen gegeben hatte.

Alle, die im Gericht gegen Stephanus saßen, sahen das Licht der Herrlichkeit Gottes auf seinem Angesicht. Sein Gesicht war erleuchtet wie das Gesicht eines Engels. Er stand auf voll Glaubens und heiligen Geistes und, beginnend bei den Propheten, brachte er sie bis zur Ankunft Jesu, seiner Kreuzigung, seiner Auferstehung und Himmelfahrt und zeigte ihnen, dass der Herr nicht in Tempeln wohnt, die von Menschenhänden gemacht sind. Sie verehrten den Tempel. Wenn irgend etwas gegen den Tempel gesprochen wurde, erfüllte sie das mit größerer Entrüstung, als wenn es gegen Gott gesprochen wäre. Der Geist des Stephanus war von himmlischer Entrüstung erregt, als er gegen sie ausrief, sie seien böse und unbeschnitten an Herz. „Ihr widerstrebt allezeit dem heiligen Geist.“ Sie hielten die äußeren Bräuche, während ihre Herzen verdorben und voll von tödlichem Übel waren. Stephanus wies sie auf die Grausamkeit ihrer Väter hin, indem diese die Propheten verfolgten und sagte: „Sie haben die getötet, die vorher das Kommen des Gerechten ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.“

Die Hohenpriester und Herrscher wurden wütend, als die deutlichen, schneidenden Wahrheiten ausgesprochen wurden, und sie stürzten sich auf Stephanus. Das Licht des Himmels schien auf ihn, und als er unverwandt zum Himmel hinauf blickte, wurde ihm eine Vision der Herrlichkeit Gottes gegeben und Engel umschwebten ihn. Er rief aus: „Siehe, ich sehe die Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ Das Volk wollte ihn nicht hören. Sie schrieen mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und Stephanus kniete nieder und rief mit lauter Stimme: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.“

Ich sah, dass Stephanus ein mächtiger Mann Gottes war, besonders dazu erweckt, einen wichtigen Platz in der Gemeinde zu füllen. Satan frohlockte, als dieser zu Tode gesteinigt wurde; denn er wusste, dass die Jünger seinen Verlust schwer fühlen würden. Aber Satans Triumph war kurz; denn einer befand sich in dieser Menge, Zeuge des Todes von Stephanus, dem Jesus sich selbst offenbaren würde. Obwohl er nicht daran teilnahm, Steine auf Stephanus zu werfen, stimmte er doch seinem Tod zu. Saulus war eifrig dabei, die Gemeinde Gottes zu verfolgen; er suchte sie auf, ergriff sie in ihren Häusern und lieferte sie denen aus, die sie töten würden. Satan benutzte Saulus wirksam. Aber Gott kann die Macht des Teufels brechen und die frei machen, die durch ihn gefangen sind. Saulus war ein gelehrter Mann und seine Gaben wurden erfolgreich von Satan gebraucht, um seine Rebellion gegen den Sohn Gottes und gegen die, die an ihn glaubten, vorantreiben zu helfen. Aber Jesus erwählte Saulus als ein auserwähltes Werkzeug, um seinen Namen zu predigen, um die Jünger in ihrer Arbeit zu stärken und um den Platz von Stephanus mehr als auszufüllen. Saulus war sehr geachtet bei den Juden. Sein Eifer und seine Gelehrsamkeit gefiel ihnen, erschreckte aber viele der Jünger.

Siehe Apostelgeschichte 6,1 – 8,3; 9,15

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