Der große Kampf, Ausgabe von 1858

Kapitel 14

Die Bekehrung des Saulus

Als Saulus nach Damaskus reiste mit Briefen der Vollmacht, um Männer oder Frauen, die Jesus predigten, zu ergreifen und sie gebunden nach Jerusalem zu bringen, da frohlockten böse Engel um ihn her. Aber als er auf dem Weg war, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, das die bösen Engel veranlasste, zu fliehen und Saulus sofort zu Boden fallen ließ. Er hörte eine Stimme, die sagte: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Saulus fragte: „Wer bist du, Herr?“ Und der Herr sprach: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen.“ Und Saulus sagte mit Zittern und Erstaunen: „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Und der Herr sagte: „Steh auf und gehe in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst.“

Die Männer, die mit ihm waren, standen sprachlos da, denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Als das Licht verschwand und Saulus von der Erde aufstand und seine Augen öffnete, da sah er niemanden. Die Herrlichkeit des Lichts vom Himmel hatte ihn geblendet. Sie nahmen ihn bei der Hand und brachten ihn nach Damaskus, und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß und trank nicht. Der Herr sandte dann seinen Engel zu einem der Männer, von denen Saulus gehofft hatte, sie gefangen zu nehmen; und offenbarte ihm in einer Vision, er solle in die Gasse gehen, die man „die Gerade“ nannte und im Hause des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus fragen. „Denn siehe, er betet, und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hände auflegte, damit er wieder sehend werde.“

Ananias befürchtete, irgend etwas stimme nicht in dieser Sache und begann dem Herrn zu berichten, was er von Saulus gehört hatte. Aber der Herr sagte zu Ananias: „Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.“ Ananias folgte den Anweisungen des Herrn und trat in das Haus, und er legte ihm die Hände auf und sprach: „Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem heiligen Geist.“

Sogleich konnte Saulus wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen. Dann predigte er in den Synagogen, dass Christus Gottes Sohn sei. Alle, die ihn hörten, entsetzten sich und fragten: „Ist das nicht der, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht deshalb hierher gekommen, dass er sie gefesselt zu den Hohenpriestern führe?“ Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und verwirrte die Juden. Sie waren wieder in Schwierigkeiten. Saulus berichtete seine Erfahrung in der Kraft des heiligen Geistes. Alle waren mit der Tatsache bekannt, dass Saulus gegen Jesus gewesen war und kannten seinen Eifer, alle aufzusuchen und sie dem Tod auszuliefern, die an seinen Namen glaubten. Seine wunderbare Bekehrung überzeugte viele, dass Jesus der Sohn Gottes war. Saulus berichtete seine Erfahrung, wie er Männer und Frauen zu Tode verfolgte, band und ins Gefängnis warf; doch als er nach Damaskus reiste, da umleuchtete ihn plötzlich ein großes Licht vom Himmel und Jesus offenbarte sich ihm und lehrte ihn, dass er der Sohn Gottes sei. Als Saulus mutig Jesus predigte, trug er einen kraftvollen Einfluss mit sich. Er kannte die Schriften und nach seiner Bekehrung schien göttliches Licht auf die Prophezeiungen, die Jesus betreffen. Dadurch wurde Saulus befähigt, die Wahrheit deutlich und mutig darzustellen und jede Verdrehung der Schriften zu berichtigen. Mit dem Geist Gottes auf ihm ruhend, konnte er seine Zuhörer in einer deutlichen und überzeugenden Weise durch die Prophezeiungen bis hin zur Zeit vom ersten Kommen Christi führen; und zeigte ihnen, dass die Schriften sich erfüllt hatten, die auf Christi Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung hinwiesen.

Siehe Apostelgeschichte 9,1‑22

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