Vorwort

„Hin zum Gesetz und hin zum Zeugnis! Wenn sie nicht so sprechen, so ist es, weil kein Licht in ihnen ist.“ (Jesaja 8,20)

Gerade jetzt, am Anfang des 21. Jahrhunderts, scheint jeder ein Prophet zu sein. Es gibt sogar prophetische Web-Rings im Internet. Aber manches, was dort gesagt wird, klingt ein bisschen merkwürdig. Wie können wir sicher wissen, dass diese Propheten auch sind, was sie zu sein behaupten – Empfänger der Worte Gottes? – Indem wir ihre Aussagen mit dem Gesetz und dem Zeugnis vergleichen! Denn derselbe Gott, der seine Worte in vergangenen Zeiten an Menschen gab, die sie aufschrieben (dadurch entstanden die verschiedenen Bücher der Bibel), widerspricht sich nicht selbst!

Jesus prophezeite deutlich von solchen Sachen, denn er wusste, dass das Thema der Prophetie ein großer Prüfstein werden würde für die, die in den letzten Tagen leben sollten: „Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen.“ (Matthäus 24,11) Um das noch zusätzlich zu betonen, gab Gott Johannes diese Worte: „Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt.“ (1. Johannes 4,1) Natürlich ist Ellen White keine Ausnahme. Nimm dieses Buch und vergleiche es mit der Heiligen Schrift; ob es die Prüfung besteht oder nicht! Bitte unseren barmherzigen Vater im Himmel, und er wird seinen Geist senden, um dich in alle Wahrheit zu leiten. (Johannes 16,13)

Heute erscheint es fast unglaublich, aber noch bis in die letzten Jahre des 20. Jahrhunderts waren fast alle, die sich „Christen“ nannten, sehr angriffslustig gegen jeden, der behauptete, Offenbarungen von Gott zu bekommen. Um ihren Standpunkt zu beweisen, zitierten sie dann Offenbarung 22,18.19: “Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen aus dem Buch des Lebens und an der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen.“

Aber sagt das aus, dass es keine Propheten Gottes mehr geben würde, nachdem Johannes gestorben war? Warum warnte Jesus uns dann vor „falschen“ Propheten? Warum sagte der heilige Geist durch Johannes, wir sollen die Geister prüfen? Es wäre einfacher, wenn wir nach dem Tod von Johannes all diejenigen ignorieren könnten, die behaupten, Worte von Gott zu empfangen. Aber das ist nicht Gottes Plan. Er gibt neue Wahrheit, wenn sie notwendig wird und macht seinen Willen kund, und wer von Herzen aufrichtig ist, wird das prüfen, um zu sehen, ob es wahr ist. Dann wird er es freudig annehmen und ihm folgen. Natürlich darf Satan auch wirken. Dürfte er das nicht, dann könnte er Gott anklagen, er sei ungerecht.

In 1. Korinther 12 fragt der heilige Geist durch Paulus einige sehr wichtige, aber oft übersehene Fragen. Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Wundertäter? Haben alle die Gabe der Heilung? Sprechen alle in Zungen? Dann erklärt er, dass er uns einen noch besseren Weg zeigen möchte und sagt, dass diese Gaben von keinem Nutzen für uns sind, wenn wir nicht die Liebe haben. In Kapitel 14 geht er noch einen Schritt weiter und sagt uns: „Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!“ „Darum, liebe Brüder, bemüht euch um die prophetische Rede und wehrt nicht der Zungenrede.“ „Den Geist dämpft nicht. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles, und das Gute behaltet.“ (1.Thessalonicher 5,19-21)

James and Ellen White 1864 Die Vision, die diesem Buch zugrunde liegt, wurde Ellen White im Frühling 1858 in Lovett’s Grove, Ohio, USA, gegeben. Das meiste davon hatte sie schon elf Jahre vorher in einer Vision gesehen, doch diesmal wurde sie angewiesen, alles niederzuschreiben, auch wenn Satan große Anstrengungen machen würde, sie daran zu hindern. Manche Teile, besonders Kapitel 30, waren schon 1847 in „Ein Wort an die kleine Herde“ und 1851 in „Christliche Erfahrungen und Gesichte“, und 1854 in „Ergänzung“ veröffentlicht worden. Alles ist vom heiligen Geist eingegeben und von einer gebrechlichen, aber frommen Frau niedergeschrieben und 1858 veröffentlicht worden. Später, in den Jahren 1884, 1888 und 1911 kamen noch andere Versionen heraus, die ebenfalls ihren Namen auf dem Umschlag trugen. Diese unterscheiden sich von der ersten Auflage, und stellen eine Erweiterung dieser in vielen Themen dar.

Viele Menschen fragen sich, warum es so viele Probleme mit Kriegen, Gewalttätigkeit, unheiliger Sexualität und sogar religiösen Glaubensansichten in unserer Welt gibt. Die Antwort darauf können wir nur finden, wenn wir den großen Kampf zwischen Christus und Satan verstehen, der schon stattfand, als noch kein menschliches Wesen existierte.

Möge der Herr dich, den Leser, reich segnen, während du alle Dinge, die in diesem Buch stehen, anhand dem Wort Gottes, der Bibel, prüfst.

Jemes si Ellen White (1864)

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